Die ideale Familie
Was ist Familie? Ein sicheres Versprechen auf Glück? Das Ende der Freiheit? Die Keimzelle des Staates? Ein kuscheliges Plätzchen für die Liebe in einer ansonsten kalten Welt? Ein Auslaufmodell?
Was Familie heute ist und was sie sein kann, lässt sich nicht einfach beantworten. Schon deshalb, weil die Lebensentwürfe der Menschen sehr unterschiedlich geworden sind: Eltern mit Trauschein oder ohne Trauschein, alleinerziehende Mütter mit oder ohne Kontakt zum Kindsvater, getrennt lebende Väter, alleinerziehende Väter, traditionelle Familien mit Ernährer und Hausfrau, abgewandelt traditionelle Familien mit Haupternährer und Zuverdienerin, alternative Familien mit einem Hausmann und einer Ernäherin … Eltern sind heute ein ziemlich “buntes Volk”.
Gleichzeitig haben sich die Rollen von Mann und Frau sowie die Vorstellungen über ihre Aufgaben in einer Familie gewandelt. Gehört die Mutter allein zum Kind? (Wie lange eigentlich?) Oder soll sie möglichst schnell wieder in den Beruf einsteigen? (was heißt: möglichst schnell?) Wie viel “Mutte” braucht ein Kind?
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ein echtes Fotobuch
Wo hört die “Glucke” auf und wo fängt die “Rabenmutter” an? Ab
welchem Alter darf eine Mutter/ein Vater das Kind in fremde Hände
geben? Sind Nur-Hausfrauen unbedarfte Überbleibsel von gestern?
Emanzipieren sich berufstätige Mütter auf Kosten ihrer Kinder? Oder
sind sie aufgrund der Doppelbelastung durch Familie und Beruf immer
nur gestresst? Haben moderne Frauen “alles im Griff” oder sind sie
(erst recht, wenn sie Kinder haben) in unserer Gesellschaft
benachteiligt?
Sollen sich Männer, wenn sie Vater geworden sind, nun besonders im Beruf anstrengen und möglichst viele Überstunden machen? Oder sollen sie lieber eine Teilzeitbeschäftigung anstreben? Werden sie mehr als Geldverdiener oder eher daheim gebraucht? Sollen sie mit ihren Kindern einen Turm aus Klötzchen doer doch lieber ein Einfamilienhaus bauen? Wie viel “Vater” braucht ein Kind? In welchem Maß sollen sich Väter an der Hausarbeit beteiligen? Sind Hausmänner nun total emanzipiert oder doch eher “Weicheier”?
Auf all diese Fragen hat unsere Gesellschaft ganz unterschiedliche Antworten. Eltern müssen deshalb den für sie persönlich richtigen Weg finden und ausprobieren: Wie wollen und können wir Familie leben? Was sind meine/unsere Vorstellungen, was erwarten die anderen von mir/uns? Die Eltern, die Freunde, die Nachbarn? Kommen wir als Paar noc hdazu, über unsere Wünsche und Ideen zu sprechen? Was würde und guttun?
Eltern versuchen oft, allen Idealbildern und Erwartungen gleichzeitig zu genügen. Das führt häufig zu einem Spagat der Gefühle und bedeutet eine große Überforderung. Die berufstätige Supermutter und den fürsorglichen Vorzeigepapa, der gleichzeitig eine 1a-Bilderbuchkarriere hinlegt, die gibt es allerdings nur im flotten Unterhaltungsroman.
Wenn der Alltag von vielen Belastungen und dem mitunter mühsamen Aufbau eines neuen Gleichgewichtes geprägt ist, lässt sich nicht alles gleichzeitig und optimal umsetzen. Alle Paare brauchen Zeit, um ihren Familienalltag nach und nach so zu gestalten, wie es ihnen entspricht.
