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sexuelles Desinteresse
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sexuelles Desinteresse

Es wäre sehr verwunderlich, wenn so große körperliche und seelische Anforderungen wie Schwangerschaft und Geburt keine Regenerationsphase erfordern würden. Alle seelischen Grenzerfahrungen und körperlichen Höchstleistungen ziehen eine begrenzte Auszeit nach sich, in der Körper und Seele wieder zur Ruhe kommen können.

Beide Eltern sind seelisch hoch beansprucht, die Frauen in besonderem Maße auch körperlich. Sie sind einem einzigartigen körperlichen Veränderungsprozess unterworfen. Die Brüste stellen sich auf das Stillen ein, das ist ungewohnt. Die Körperkonturen sind verändert, auch das ist gewöhnungsbedürftig. Vielleicht schmerzt eine Kaiserschnitt- oder Dammschnittnarbe. Hormonumstellungen können für eine gewisse seelische Unausgeglichenheit sorgen. Die Geburtswege sind reibungsempfindlich, und der Rücken tut weh. Müdigkeit, Erschöpfung und Schlafentzug tun das Ihrige, um der Erotik zuzusetzen.

Auch die Seele arbeitet auf Hochtouren: Die körperliche Trennung vom Kind nach der Geburt muss von der Frau auch gefühlsmäßig vollzogen werden. Die Verantwortung für den Schutz und das Gedeihen des Säuglings lastet auf vielen Frauen gerade beim ersten Kind und beansprucht ihre volle Aufmerksamkeit. Die Mutterrolle muss erfühlt und ausgefüllt werden. Da laufen die vielen Notwendigkeiten des Alltags der Sexualität und der Pflege der Paarbeziehung erst einmal den Rang ab.

Eine gewisse sexuelle Lustlosigkeit im ersten Jahr nach der Geburt ist durchaus normal, weil eine verständliche Reaktion von Körper und Seele.