Sicherheit und Geld - Jetzt wird durch drei geteilt!
Ein Kind zu haben kostet Geld. Weil viele Anschaffungen für die Kinderausstattung gemacht werden müssen, und weil häufig nicht mehr das volle Gehalt von zweien zur Verfügung steht. Das führt nicht selten zu Auseinandersetzungen und bei manchen auch zu existenziellen Sorgen: “Schaffen wir es überhaupt, finanziell über die Runden zu kommen?”
Vor der Geburt des Kindes waren beide Partner frei, ob sie ihr Geld lieber für eigene oder für gemeinsame Wünsche ausgaben. Jetzt ist aus dem eigenen Geld plötzlich ein gemeinsames Familieneinkommen geworden. Wofür Geld ausgegeben wird, muss jetzt besprochen werden. Die neue Digitalkamera steht nun vielleicht gegen die neue Wickelkommode, das schicke Paar Schuhe gegen anregendes Spielzeug für das Kind. Es geht nicht mehr darum, jeweils eigene Geldmittel als Zeichen besonderer Zuneigung und Verbundenheit zusammenzulegen. Vielmehr soll ein gemeinsames Einkommen sinnvoll und fair verteilt werden.
Manche Elternpaare finden es sinnvoll, dass beide ihr eigenes Konto behalten. Andere packen alle Einkünfte zusammen. Für alle gilt, dass ständig entschieden werden muss, wofür Geld ausgegeben wird und wofür nicht.
Ein Problem ist, dass nur die berufliche Arbeit bezahlt wird, der Wert Arbeit in der Familie sich aber nicht mit einem Vergleichswert in Euro ermitteln lässt. Das heißt in der Regel für den Mann, dass er sein verdientes Geld teilen muss, und für die Frau, da sie häufig die Arbeit aufgibt oder reduziert, dass sie es annehmen muss.
Die neue Rollenaufteilung fällt vielen zunächst schwer. Nicht selten kommt sich die Frau als Bittstellerin vor. Es ist ihr unangenehm, von ihrem Mann finanziell abhängig zu sein. Wird dann noch die Arbeit, die mit Geld entlohnt wird, höher bewertet als die Hausarbeit, kommt es schnell zu Konflikten.
Die Arbeit des jeweils Anderen als absolut gleich zu wertschätzen hilft, über diese Klippe hinwegzukommen. Das wechselseitige Teilen und Nehmen von Zeit und Geld fällt beiden dann wesentlich leichter.
Wenn wenig Geld zur Verfügung steht, heißt es, genau zu rechnen. Es gibt durchaus unterschiedliche Möglichkeiten, mit Geldknappheit umzugehen. Viele Paare helfen sich mit gebrauchten Babysachen aus dem Freundeskreis oder aus Secondhand-Läden. Da Kinderkleider in der Regel nicht lange getragen werden, sind auch Secondhand-Sachen meist noch so gut wie neu.
Zusammenhalt, gegenseitige Hilfe und Kontakte mit Gleichgesinnten können helfen, sich nicht als Verlierer zu fühlen. In einem gut organisierten Hilfenetz fällt es oft leichter, schwierige Situationen anzunehmen und sich selbstbewusst für die eigenen Interessen einzusetzen.
Eltern lernen meist von ihren Kindern, die Welt auch mit anderen Augen zu betrachten. Wer einmal erlebt hat, mit welcher Begeisterung ein kleines Kind ein Tier, den Wind, ein Pfütze, ein Lächeln oder eine Berührung wahrnimmt, wird vielleicht Zweifel bekommen, ob das neue Auto oder die teure Wohnzimmergarnitur wirklich das höchste Glück bedeutet. Neue Möbel sind zwar toll - nur das Filzstiftgemälde auf der Kirschbaumkommde und der Möhrenbrei auf dem weißen Sofa stören ein wenig. Alte Möbel machen vielleicht nicht so viel her. Aber sie sind oft kindgerechter, und das schont die Nerven.
